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Tierische Fragen?



 
 

Wieviel Kalzium soll ich meinen Tieren geben?

(von Frau Dr. med. vet. Carolin Dennert, Dinslaken)  

Vor einer unkontrollierten Verwendung von mineralischen Einzelfuttermitteln zur Ergänzung des Kalziumgehaltes der Ration von Reptilien kann nur gewarnt werden.   

Zu den kalziumreichen Ergänzungsfuttermitteln gehören etwa Sepiaschale (41% Ca), Eierschale bzw. kohlensaurer Futterkalk/ Kalziumkarbonat (36% Ca), auch Kalziumlaktat (12% Ca) oder Kalziumglukonat (8,5% Ca). Leider wird häufig die Meinung vertreten, dass Kalzium nicht überdosiert werden kann. Ganz im Gegenteil!  

Ein Kalziumüberschuss in der Ration kann je nach Begleitumständen zweierlei katastrophale Folgen für das Tier haben:

Variante A:

Kalziumüberversorgung, gleichzeitig Vitamin-D3-Mangel.

Unter diesen Umständen wird überschüssiges Kalzium wieder ausgeschieden in Form einer Phosphatverbindung (Kalziumtripelphosphat). Auf gut deutsch: zuviel Kalzium in der Ration entzieht dem Organismus Phosphor.

Variante B:

Kalziumüberversorgung, gleichzeitig Vitamin-D3-Überschuss.

In diesem Fall wird soviel Kalzium wie möglich in Knochen und Organe sowie Gefässe eingebaut. Die Folgen sind verheerend. Ein Vitamin-D3- Überschuss resultiert beim Pflanzenfresser aus Fütterungsfehlern. Pflanzliche Nahrung enthält in aller Regel lediglich Vorstufen der wirksamen Substanz, nämlich des Vitamins D3. Die Vorstufen werden im gesunden Organismus nach der Futteraufnahme durch Umbauvorgänge am Molekül nach Bedarf in die wirksame Form umgewandelt. An diesen Umbaumassnahmen sind das Nierengewebe und UV-Strahlung beteiligt. Verwendet man Vitaminergänzungsfuttermittel (z.B. Korvimin ZVT), in denen das wirksame Vitamin D3 vorliegt, so hat man kritisch dessen Konzentration zu beurteilen und entsprechend zu dosieren, oder man verzichtet möglichst auf diese Form der Nahrungsergänzung.  

Ist man nicht so ganz Herr der Lage (Ca- und P-Gehalte in den unterschiedlichen Obst- und Gemüsesorten, Dosierung von Vitamin- und/ oder Mineralstoff- Ergänzungsfuttermittel), so sollte man den Tieren Sepiaschale oder zerkleinerte Eierschalen im Terrarium zur freien Verfügung stellen.    

Vermengt man die Nahrung mit Pulver, so muss jedes fressende Tier automatisch das Ergänzungsfutter aufnehmen. Indem man Sepia oder Eierschale separat zur Verfügung stellt, überlässt man die Entscheidung beim Tier. Je nach Bedarf wird dann auch in den meisten Fällen entsprechend davon gefressen. Alternativ kann ein geeignetes Präparat einmal wöchentlich direkt verabreicht werden (dosiert nach Kilogramm Körpermasse).  

Noch einige klärende Worte zur häufig missverstandenen bzw. fehlgedeuteten Rachitis:   
Rachitis entsteht infolge eines Mangels an anorganischem Phosphor und / oder Vitamin-D3, evtl. in Kombination mit Kalziumdefizit. Steht ein Kalziummangel mit gleichzeitigem Phosphorüberschuss im Vordergrund, so entsteht eine sogenannte Osteodystrophia fibrosa (Knochenstoffwechsel und Knochenumbauvorgänge gestört).   

Zur Verwendung von UV-Leuchten:

Sie sind mit Vorsicht zu geniessen bzw. umsichtig einzusetzen. Je nach Bauart und Typ hat unbedingt eine Gewöhnungsphase unterschiedlicher Dauer zu erfolgen. Andernfalls muss man mit Augenschäden und regelrechtem Sonnenbrand mit entsprechenden Folgeerscheinungen bei den der Strahlung ausgesetzten Tieren rechnen.  
 
 

Kann ich verschiedene Tierarten zusammenhalten, z. B. Bartagamen mit Geckos oder vertragen sich andere Tierarten untereinander?

Nein! Wir raten generell ab von Mischhaltungen, auch wenn es meist den Anschein hat, dass sich verschiedene Tierarten im Terrarium gut vertragen, sterben trotzdem viele Tiere früher oder später am psychischen Stress oder vielmals an bakteriellen oder parasitären Krankheiten, meistens weil auch die Immunsysteme zu Unterschiedlich sind.
 
 

Wie bekomme ich eine Haltebewilligung für Chamäleons, Giftschlangen, Riesenschlangen etc.?

Das kantonale Veterinäramt in Ihrem Kanton gibt Ihnen gerne Auskunft.
  

Wie viele Grillen/Heuschrecken etc. muss ich meinen Tieren füttern?

Als Faustregel gilt bei Jungtieren soviel sie fressen, d. h. mehrmals füttern am Tag, ansonsten passiert es immer wieder, dass sie sich gegenseitig die Schwänze anbeissen (vorallem bei Bartagamen). Grössere Tiere füttert man ebenfalls täglich oder alle 2 Tage mit Insekten, auch da sollte man soviel füttern wie sie aufs Mal fressen. Die Echsen und Frösche überfressen sich nur, wenn sie ein zu kleines Terrarium haben und die Futtertiere nicht jagen müssen. Deshalb empfiehlt sich, Insektenfressende Reptilien nur lebend zu füttern. Ein bis zwei Fastentage pro Woche schaden zudem nicht.
  

Muss ich Vitaminzusätze geben und wenn ja, wie viel?

Unsere Insekten werden speziell mit vitaminangereichertem Futter gefüttert, trotzdem brauchen alle Reptilien ab und zu zusätzlich Vitamine, vor allem aber Echsen und auch Frösche. Dabei gilt: Weniger ist oft mehr. Zuviele Vitamine können ebenfalls schädlich oder tödlich sein.

Wir empfehlen die Lucky Reptile Vitamine oder die Herpetal Produkte, welche alle wichtigen Vitamine und Spurenelemente etc. enthalten und zudem Kalziumzitrat enthalten, welches besser aufgenommen wird als Kalziumcarbonat. Es empfiehlt sich, das Vitaminpulver über die Insekten zu streuen.

Wir geben unseren Tieren maximal 2mal in der Woche Vitamine. Zusätzlich bieten wir gemahlene bzw. gebrochene Sepiaschalen an,  welche wir ebenfalls im Sortiment haben.
Dieses bieten wir entweder in einem kleinen Geschirr an oder streuen es über den Sand, vorallem bei Wüsten- und Steppentieren wird es gerne über dem Sand aufgenommen.
Die Tiere können so beliebig Kalzium zu sich nehmen wenn sie es brauchen.

Weibchen, welche Eier gelegt haben, brauchen natürlich mehr Kalzium bzw. Vitamine während und nach der Trächtigkeit.

Von Flüssigvitaminen raten wir eher ab, diese enthalten Öle, um die fettlöslichen Vitamine zu binden. Diese lagern sich wiederum im Fettgewebe ab und das kann ebenfalls zu Schäden führen.

Beachten Sie bitte, dass unsere Futtertiere ebenfalls mit Vitamin angereichertem Futter gefüttert werden und zum Teil gleich gut sind wie Futtertiere in freier Wildbahn.
  



Wieso werden meine Echsen von Grillen angefressen?

Dies geschieht, wenn man tagaktive Tiere hält und mit Grillen, welche nachtaktiv sind, füttert.

Grillen sind sehr gefrässig und wenn kein Futter im Terrarium ist, dann fressen sie das nächst "Beste" und das sind leider meistens die Echsen.

Um das zu verhindern, müssen Sie lediglich ein wenig Salat oder Karotten am Abend ins Terrarium legen, sodass die Grillen sicher genügend zu fressen haben. Bei Heuschrecken kann nichts passieren, da diese nur Grünzeug fressen.
  

Welches Obst und Gemüse kann ich meinen Tieren füttern?

Im Grunde genommen können Sie alles verfüttern, ausser blähendes Gemüse/Obst wie Kohlgemüse und Bananen (wenn dann nur wenig), keine Bioprodukte (da Kupferhaltig), keine Tomaten (entzieht Kalzium), kein Kopfsalat (hoher Nitratgehalt) und keine giftigen (gedüngten) oder direkt vom Strassenrand gepflückte Produkte.

Ebenfalls sollte man keine Früchte verfüttern, welche viel Säure enthalten, wie z.B. Zitrusfrüchte.

Anbei eine Liste was Gesund ist (je nach dem zerkleinert oder geraspelt):
·  Weizenkeime
·  Karotten
·  Blattspinat
·  Hirsenblätter
·  Löwenzahnblätter und Blüten (ohne Stiel)
·  Wiesengras
·  Luzerne
·  Gerstenblätter
·  Hibiskusblätter und Blüten (sehr Vitaminreich)
·  Brunnenkresse
·  Petersilie (Viel Vitamin C)
·  Frische Maiskörner oder aus der Dose
·  Klee
·  Mohnblüten
·  Gänseblümchen
·  Erdbeeren
·  Papaya
·  Mango
·  Heidelbeeren
·  Kakteenfrüchte
·  Kiwi (sehr viel Vitamin C)
·  Ananas

 

Ist Kalziumsand oder natürlicher Sand besser geeignet?

Kalziumsand ist absolut nicht notwendig und zudem massiv überteuert. Erstens ist dieser "Sand" nicht natürlich und zweitens bringt er nichts, da er aus Kalciumcarbonat besteht und praktisch nicht vom Körper aufgenommen wird. Aus diesem Grund sind die heutigen, guten Vitamine für Reptilien, welche wir anbieten, aus Kalciumzitrat, da dieses vom Körper viel besser aufgenommen wird. Kalziumsand ist zudem gefährlich, da die Tiere diesen im Übermass fressen und dadurch eine zähe Masse im Magen entstehen kann, welche zu Verstopfungen führen kann. Wir raten allen Kunden, nur natürlichen Sand zu verwenden, da dieser (ausser Spielsand) natürliche Mineralien und Spurenelemente enthält und somit dem der Natur entspricht. Bedenken Sie, dass Tiere in der Natur Sand lecken um Mineralien und Spurenelemte zu erhalten. Auch in der Gefangenschaft wird dies gemacht. Sind diese Mineralien etc. nicht enthalten, leckt das Tier unmengen Sand auf, was dann zu Verstopfungen und Klumpenbildungen führen kann.