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"Gartenboa"

Verbreitungsüdliches Mittel- und nördliches Südamerika
Lebensraumtropischer Tieflandregenwald, baum- und strauchbewohnend, dämmerungs- bis nachtaktiv
Fortpflanzunglebendgebärend, bis zu 20 Jungtiere
Lebenserwartungüber 20 Jahre
Grössebis 220 cm
Luftfeuchtigkeit80-90%, auch bis 99% z.B. Luftbefeuchter
Temperatur26-28 °C Lufttemperatur, lokal bis 32 °C. Nächtliche Absenkung auf 23 °C
BeleuchtungT5 Leuchtstoffröhren und lokaler Wärmespot
Bodengrundlockeres, saugfähiges Substrat (siehe Bodensubstrat). Keinen Kies oder Sand!
EinrichtungU. a. waagerechte Klettermöglichkeiten, Tiere halten sich aber auch gelegentlich auf dem Boden auf. Ein grosses Wasserbecken und Versteckmöglichkeiten in den oberen Regionen des Terrariums bilden die Grundausstattung
Futterje nach Grösse der Schlangen; Mäuse und halbwüchsige Ratten
BemerkungenDie Art zeichnet sich durch eine hohe Färbungsvarität aus. Neben grauen und braunen Exemplare gibt es auch Tiere mit sehr schöner gelber, oranger und roter Färbung. Die Gartenboa ist meist ungestüm, bei der geringsten Störung neigt sie zum Zubeissen.
Terrariumgrössegemäss aktueller TSchV

 

Corallus hortulanus, auch bekannt als Gartenboa oder Hundskopfboa, ist eine baumbewohnende Schlange aus den tropischen Regenwäldern Südamerikas. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über das gesamte Amazonasbecken bis hin zu den Küstenregionen von Venezuela, Guyana, Surinam, Französisch-Guayana, Brasilien, Kolumbien, Ecuador und Peru. Diese Art ist bekannt für ihre aussergewöhnliche Anpassungsfähigkeit an verschiedene Lebensräume. Sie bewohnt nicht nur die dichten Urwälder, sondern kommt auch in offenen Wäldern, an Waldrändern und sogar in landwirtschaftlich genutzten Gebieten vor. Besonders typisch für Corallus hortulanus ist ihr ausgeprägter Lebensstil als Baumbewohnerin. Die meiste Zeit verbringt sie in Ästen und Baumkronen, wo sie sich geschickt und sicher fortbewegt.

Optisch ist die Gartenboa besonders auffällig, da sie eine enorme Farbvielfalt aufweist. Die Tiere kommen in den unterschiedlichsten Färbungen vor, von leuchtendem Gelb, Orange, Rot bis hin zu Grau, Braun und fast Schwarztönen. Auch gemusterte Varianten mit Flecken, Streifen oder Netzmusterungen sind keine Seltenheit. Dieses Phänomen der sogenannten „polymorphen“ Färbung sorgt dafür, dass kaum ein Tier dem anderen gleicht. Besonders charakteristisch ist der markante Kopf, der deutlich vom schlanken Hals abgesetzt ist und eine typische dreieckige Form besitzt. Die senkrecht geschlitzten Pupillen und die gut ausgebildeten Wärmesinnesgruben an der Schnauze sind ideal für eine überwiegend nachtaktive Lebensweise.

Die Ernährungsweise der Corallus hortulanus besteht hauptsächlich aus kleinen Säugetieren, Vögeln, Reptilien und gelegentlich Amphibien. Als Lauerjäger verlässt sie sich auf Tarnung, Geduld und blitzschnelle Reaktionen. In der Nacht verlässt sie ihre versteckten Ruheplätze, um auf Beutefang zu gehen. Dabei nutzt sie nicht nur ihr Sehvermögen, sondern auch ihre Fähigkeit, die Körperwärme der Beute über die Wärmesinnesgruben wahrzunehmen. Die Beute wird nach dem Zuschnappen mit den kräftigen Körperwindungen erdrosselt und anschliessend im Ganzen verschlungen.

Corallus hortulanus ist ovovivipar, was bedeutet, dass sie lebende Jungtiere zur Welt bringt. Die Anzahl der Nachkommen variiert je nach Grösse und Gesundheitszustand des Weibchens, liegt aber meist zwischen fünf und zwanzig Jungschlangen. Die frisch geborenen Jungtiere sind bereits voll entwickelt, selbstständig und ebenfalls farblich sehr variabel. Trotz ihrer Schönheit und ihrer interessanten Farbvielfalt gilt die Hundskopfboa als eher temperamentvoll. Sie ist bekannt dafür, bei Bedrohung schnell zuzuschnappen und ihr Territorium energisch zu verteidigen. In der Terraristik wird sie dennoch häufig gehalten, wobei sie hohe Ansprüche an Klima, Luftfeuchtigkeit und Struktur des Lebensraums stellt. Wer sich jedoch auf die besonderen Bedürfnisse dieser Art einstellt, wird mit einer der farbenprächtigsten und interessantesten Baumschlangen Südamerikas belohnt.

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