Haltung von Heimchen

Die Heimchen sind aus unserer Zucht mit unseren eigenen Klimatransportern und per Expressfracht in Ihr Lieblings-Zoogeschäft gebracht worden – damit könnte uns alles Weitere egal sein. Ist es aber nicht. Denn wir haben ja unsere kleinen Heimchen nicht liebevoll und mit viel Aufwand großgezogen und mit allen Top-Mineralien und Vitaminen versorgt, nur damit sie jetzt in ihrer Verpackung darben und nach und nach aushungern. Und am Ende kommt nur eine leere Hülle bei Ihren Terrarientieren an. Nein, das wollen wir nicht! (Und Ihre Tiere sowieso nicht!)

Natürlich können Heimchen einige Tage gut in ihrer Transportbox leben, erst recht, wenn sie etwas kühler gehalten werden, am besten bei um die 16 bis 18 Grad. Sie fahren dann ihren Stoffwechsel herunter, und wir haben ihnen auch genug Wegzehrung mitgegeben, dass sie auch weiterhin bestens versorgt sind.

Für eine längere Unterbringung sind die Transportboxen aber nicht geeignet. Sorgen Sie also dafür, dass Ihre Haussänger keine Moritaten und Requiems anstimmen müssen, sondern gut gelaunt und lebensfroh vor sich hin trällern, bis sie sicher im Magen Ihrer Pfleglinge landen. Geben Sie den Inhalt der Transportboxen vorsichtig (zerquetschen Sie bloß nicht unsere Lieblinge!) in große Plastikboxen. Gut geeignet sind beispielsweise die überall im Zoohandel für wenig Geld erhältlichen „Faunaboxen“. Diese haben auch einen praktischen, leicht bedienbaren Deckel, sie erlauben einen großzügigen Luftaustausch, und größere Heimchen können auch nicht hindurchschlüpfen.

Zur Unterbringung von kleinen und Mikro-Heimchen dichten Sie die Box zusätzlich mit einem passend geschnittenen Stück Nylonstrumpfhosen ab. Ersatzweise laden Sie Ihre Frau halt mal zum Essen ein. Oder die Damen gönnen sich mal wieder selbst was Modischeres, da kann das alte Ding doch nun wirklich zu den Heimchen. Alternativ tut’s aber auch Fliegengaze, die Sie problemlos im Baumarkt oder Gartencenter bekommen.

Sauberer Zellstoff oder Eierkartons dienen der Inneneinrichtung, darin machen es sich die Heimchen dann schon bequem, keine Sorge. Und gleichzeitig haben sie so auch etwas, um darauf herumzuklettern. Und dann fehlt zum Heimchenglück eigentlich nur noch – na ja, dasselbe, was Sie auch wollen: was Leckeres zu essen, ein paar gute Tropfen gegen den Durst, und warm sowie trocken soll es auch noch sein.

Perfekt sind Temperaturen zwischen 20 und 24 Grad, das sollte bei Ihnen zu Hause ja leicht machbar sein. Trocken und gleichzeitig immer was Gutes zu Trinken parat, das ist schon schwieriger. Stellen Sie keine Schale mit offenem Wasser und keine Vogeltränken in die Boxen, das führt nur zu Sauereien oder Todesfällen durch Ertrinken. Ein kleines Schälchen mit einem angefeuchteten Wattebausch reicht völlig, daraus lassen sich die Heimchen dann nach Herzenslust vollaufen. Fiesen Keimen keine Chance – die Watte wird natürlich regelmäßig ausgewechselt, also täglich, was auch für das Schälchen gilt.

Dann noch ein paar Leckereien in die Box, und zwar so, dass sie nicht mit der Tränkstelle in Kontakt kommen – schon fühlen sich die Heimchen so wohl wie bei uns. Gerne fressen sie Müslimischungen und Hundeflocken. Nehmen Sie sicherheitshalber besser Bio-Produkte – auf Insektengift reagieren Insekten nun einmal etwas humorlos.

So können Sie die Heimchen problemlos topfit halten, bis der Vorrat aufgebraucht ist und der Nachschub von BUGS-INTERNATIONAL bei Ihrem Zoohändler ankommt. Und Sie werden sehen: Die Heimchen sind in bester Kondition und randvoll mit wertvollen Nährstoffen, wenn sie schließlich die letzte Reise in Ihre Terrarien antreten. Und das freut nicht nur das Heimchen, das freut vor allem auch Ihre Terrarientiere, hält sie gesund und lässt sie sich eifrig vermehren!

Von Natur aus decken Heimchen ihren Wasserbedarf eigentlich hauptsächlich über den Feuchtigkeitsgehalt ihres Futters. Da liegt es nahe, dass bei der Hälterung zu Hause genauso zu machen: Obst und Gemüse wird gern gefressen. Aber Vorsicht! Leider achten viele Menschen weit weniger auf eine gesunde Ernährung als wir von BUGS-INTERNATIONAL bei unseren Heimchen. Normales Obst und Gemüse aus dem Handel und auch aus dem eigenen Garten kann die Insekten umbringen, wenn noch Insektizide und anderes Ekelzeugs daran haften, oder es verwandelt die Insekten-Leckerbissen in eine Art schmutzige Bomben, wenn die Terrarientiere über sie schließlich mit Schadstoffen, Düngemitteln und anderen „Köstlichkeiten“ versorgt werden.

Und denken Sie auch daran, dass Keime aller Art sich im feuchten Milieu am wohlsten fühlen und das vermeintlich leckere Frischfutter sich ruckzuck in eine unappetitliche, gesundheitsgefährdende Pampe verwandeln kann. Also: nicht übertreiben! Also, um sicher zu gehen am besten nur Wasser verwenden.

Heimchen als Futtertiere
Das Heimchen ist sozusagen die Kartoffel oder der Reis (Okay: bei uns in Bayern auch das Bier) für unsere Terrarienpfleglinge – das Grundnahrungsmittel Nummer eins eben. Es ist nicht zu schnell, aber es bewegt sich, wenn es ins Terrarium gegeben wird, sodass der Beutefangreflex der Terrarientiere leicht ausgelöst wird. Für einen Großteil unserer Terrarienpfleglinge haben die verschiedenen Heimchen-Stadien die perfekte Größe. Heimchen sind relativ weich, und zusätzliches Mineralstoff- und Vitamin-Puder haftet hervorragend an ihnen.

Vom neugeborenen Chamäleon bis zum ausgewachsenen Stachelschwanzwaran, von der frisch geschlüpften Bartagame bis zum erwachsenen Leopardgecko, vom Rotkehlanolis bis zum Madagaskar- Taggecko – praktisch alle insektenfressenden Echsen fahren auf Heimchen ab! Natürlich ebenso insektenfressende Schlangen wie etwa Grasnattern oder fleisch- bis allesfressende Schildkröten wie Erd- und viele Wasserschildkröten.

Auch unter den Amphibien hat das Heimchen haufenweise Verehrer, vom Pfeilgiftfrosch bis zum Feuersalamander, vom Korallenfinger bis zur Schwarznarbenkröte – Heimchen kann einfach niemand widerstehen.

Viele Vögel, insektenfressende Kleinsäuger und Fische nehmen ebenfalls gerne Heimchen an. Für Fische bietet BUGS-INTERNATIONAL sie sogar als Tiefkühlfutter an – frisch aus unserer Zucht direkt in den Kühler, gehaltvoller kann Frostfutter gar nicht sein.

Heimchen sind nachtaktiv. Das macht sie für ebenfalls nachtaktive Terrarientiere – wie viele Geckos und Frösche etwa – besonders attraktiv. Bei tagaktiven Tieren sollte man kontrolliert füttern, denn die Heimchen machen sich nach einer kurzen Orientierungsphase im Terrarium rasch aus dem Staub und verstecken sich. Daher nur so viele Heimchen anbieten, wie die Terrarienbewohner auch direkt erbeuten. Oder gleich gezielt von der Pinzette füttern.

Heimchen im Heim?
Ihre Freundin ist kein Heimchen hinterm Herd, will hinter dem Herd aber auch kein anderes Heimchen dulden? Ihr Partner/in wird übellaunig, wenn hinterm Wohnzimmerschrank das liebliche Zirpen unserer nächtlichen Meistersänger erklingt? Und Sie haben Angst, dass eines Tages der Kammerjäger vor der Tür steht und das ganze Haus in die Luft sprengen will, weil Ihnen mal eines unser, wir sagten es ja, springfidelen und putzmunteren Heimchen entkommen ist?

Bleiben Sie entspannt! Wenn es bei Ihnen aussieht, wie bei der berühmten Familie Hempel (Sie wissen schon, die mit dem Sofa!), dann können Sie unsere Heimchen sogar als kleine Putzkolonne nutzen, die mal für etwas Ordnung sorgt ... Aber im Ernst: Zwar sind Heimchen sehr anpassungsfähig, es hat aber schon Gründe, dass „freilebende“ Heimchen in Häusern und Wohnungen heutzutage praktisch unbekannt sind. Unsere modernen, zentralgeheizten Häuser und Wohnungen sowie unsere Küchen mit Kühlschränken statt kühlen Vorratsschränken erlauben den Heimchen nicht, sich dauerhaft bei uns einzurichten. Den Tieren fehlt einfach die Nahrungsgrundlage. Eine Plage müssen Sie nicht befürchten, nicht einmal einen allzu langen Besuch eines ungebetenen Gastes im Wohnzimmer, nur weil Ihnen mal ein Futtertier entwischt ist. Erst recht nicht, dass potenzielle Ausbrecher sich in Ihrer Wohnung vermehren. So einfach geht das bei Heimchen nämlich nicht – wozu würden wir bei BUGS-INTERNATIONAL sonst wohl diesen irrwitzigen Aufwand betreiben, um unsere Zuchten am Laufen zu halten?

Also, eine Verseuchung der Wohnung durch Heimchen brauchen Sie nicht zu befürchten, und wenn ein entfleuchtes Futtertier zu sehr nervt: Setzen Sie einfach handelsübliche Klebefallen ein, wie Sie sie bei Ihrem Zoohändler erstehen können. Geschickt aufgestellt, verhindern Sie Fehltritte der Heimchen sicher.

Insektenspray dagegen sollten Sie nur im Notfall einsetzen und auf jeden Fall nicht in Räumen, in denen Ihre Terrarien oder gar Heimchenboxen stehen, denn das tötet auch Reptilien, Amphibien, Fische und was sonst noch alles.

Alternative
Unsere Heimchen sind so charmant – wer weiß, vielleicht kommen Sie ja bald schon in ein eigenes Terrarium, ganz ohne Beutegreifer. Und sorgen für musikalische Unterhaltung in der Wohnung. Ungeübte Ohren können ihr Zirpen auch für das Gezwitscher von Vögeln halten. Und wer hat das schon zu bieten daheim?

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